Ich habe so viel zu tun! – Aber alles, was von mir getan werden will, ist Langschläfer und taucht nie vor zehn Uhr, selten vor elf auf. Und dann kommen auch bald die Kindelein, und ich hab keine Zeit mehr.

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Ich habe mir ein neues Ayurvedisches Buch gekauft. Weil ich mich an manchen Tagen nicht gut leiden kann und meine Familie bedaure, die mich ertragen muss. Da dachte ich, dass Ayurveda mir beim Nettsein helfen kann. Das war wohl ein bißchen schlicht gedacht. Weil sich nämlich das Weibliche aus drei Dingen zusammensetzt (so hab ich das in Erinnerung, ich gehe nicht nachschauen und abschreiben): Dem Hervorbringen, dem Zerstören und der Weisheit. Nur wenn die drei im Gleichgewicht sind, geht das gut. Nicht dreißig-dreißig-dreißig, aber wohl alle vorhanden. Das wars dann wohl mit ayurvedisch-nur-nett. Bleibt nur noch die Suche nach menschenwürdiger Umsetzung des Zerstörerischen. An manchen Tagen einfach mehr Holz hacken?

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Ich habe ja, weil neugierig, allerlei beratende Bücher gelesen, um so das „Ganze “ zu erfassen. (Einen Rest gesunden Menschenverstand habe ich aber trotzdem behalten). Unter anderem sogar ein Buch, dass mir glaubhaft versicherte, dass es ein himmelweiter  Unterschied ist, ob man das Essen im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn rührt. Natürlich nur mit Holzlöffel, ein Metallöffel bringt zu hektische Energie ins Essen.

Wenn ich jetzt nur mal die wahrscheinlicheren zu Rate ziehe, Mondkalender und Ayurveda-Buch, dann entscheiden die schon, was ich kochen soll.

Zum Beispiel heute:

Dienstag, 14. September 2010. Zunehmender Mond im Schützen. Tagesqualität: Früchte/Samen.

Meine Ayurvedischer Typ ist Kapha dominiert, die Jahreszeit Pitta dominiert, mein Lebensalter ebenfalls Pitta dominiert. Zyklisch  herrscht auch wieder Kapha. Geistig wohl gerade mehr Rajas.

Also esse ich heute:…..öh……

Nudeln mit Tomatensoße, denn ich habe ja auch noch drei Kinder.

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Ob der Regen wohl merkt, wenn man Angst vor ihm hat?

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Jetzt ist’s fast elf, jetzt kann ich was tun (ich habe vorher auch schon was getan, aber mehr so immer wiederkehrende Dinge. Jetzt kann ich mich um das kümmern, was sonst noch so sein muss.)

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