Ich entscheide mich -wenn ich mich entscheide – gründlich. Jeder, der mit mir schon mal das Verrückte Labyrinth gespielt hat, kann das bestätigen. Ich denke nach, wäge ab, plane vor, wäge ab, denke nochmal nach… das dauert.

Und in der Zwischenzeit passiert gar nichts. Seit vier Jahren will ich mir zum Beispiel schon den Neiman von knitty stricken – nix passiert. Oder den Renaissance. Nix passiert. Ich schaue nach Wolle, plane Farbkombinationen, und – nix passiert.

Aber manchmal blättere ich ich nur so kurz das Internet durch, und suche gar nix, und ehe ich mich versehe ist schon die Wolle bestellt, für eine Strickjacke, die ich eingentlich gar nicht stricken sollte, weil meine Mutter sie haben will.

Ehrlich, ich kann da nix für. Die Wolle hat sich alleine bestellt. War’n  Sonderangebot. (Völlig beknackt. Ich würde zwei Tage lang trauern, wenn ich im Wollladen fünzig Euro ausgeben würde (es sei denn, es war lange geplant ;-)), aber im Internet kann ich leicht  sagen: Strickjacke mit Tuch dazu für’n Fuffi ? Super!)

Wo war ich?

Schnell mal eben ein Schnellschuss.

Da hab ich mal ein Kleid gesehen, und ehe ich zur Besinnung konmmen konnte, war es schon zu zwei dritteln genäht.

Ich habe es heute morgen zusammengesteckt. Es sieht aus, wie ein schlecht geschnittener Kartoffelsack, also hab ich es erst mal weggelegt. (Leicht angefressen übrigens) Beim Wäsche wegräumen dacht ich dann: Hm. Cordrock. Hässlich. Hm. Blumenrock. Hässlich. Hm. Jeans. Hässlich. T-Shirt hässlich, Schuhe hässlich, Gesicht hat auch schon bessere Tage gesehen, Haare auch doof.

Eventuell  hat das Kleid also später noch mal eine Chance.

 

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