Vor einiger Zeit entschloss sich mein Herr Gemahl, an einer Weiterbildung teilzunehmen. Samstags. Natürlich hat er mir erzählt, dass er zum Kaffee wieder da ist, ich habs nur nicht mitbekommen und dachte, er sei zum Mittag wieder da. Nach nur ein paar Samstagen habe ich es jetzt aber realisiert. Mein Samstag Vormittag steht zu meiner freien unverplanten Verfügung. Damit bin ich zwar auch fürs Frühstück verantwortlich, aber dafür muss ich nicht vor dem Frühstück mit dem Hund gehen. Anfang Februar -das habe ich noch gar nicht erzählt- hat besagter Mann ein neues Hüftgelenk bekommen und lag naturgemäß dafür im Krankenhaus. Da musste ich vor dem Frühstück schon mit dem Hund  u n d  Brötchen holen  u n d  Kaffee kochen. Eine Zumutung! Mittlerweile ist er aber wieder wohlauf und übernimmt die Morgenrunde.

Nun stehe ich also ohne Zeitdruck auf, hole Brötchen und Aufbackcroissantteig und mache Frühsück, und Frühstücke mit Kind drei und zwei (in dieser Reihenfolge stehen sie auf), räume den Tisch ab (Kind eins nimmt das Frühstück als Vorspeise zum Mittag war, solange will ich den Tisch nicht gedeckt lassen, weil wenn ich nähe, dann nähe ich am Küchentisch), mache eine Maschine Wäsche an und dann….

… dann laufe ich unruhig im Haus umher auf der Suche nach einem Projekt! Das Ausrufezeichen gehört zum Wort. Nicht nur Projekt im Sinne von Beschäftigung mit einem Ergebnis, sonder Projekt! wo schon ein bißchen Größenwahn drin glitzert ist. Ich würde gerne Samstags im Bett liegen in der Gewissheit ich muss um spätestens um acht aufstehen, damit ich in Ruhe zwei Stunden an meinem Projekt! arbeiten kann. In der Größenordnung Wintermantel oder so.  Natürlich liegen hier so ein, zwei (räusper) angefangene Dinge umher, aber bei denen fehlt leider das Ausrufezeichen.

Und dann habe ich heute halt gegrübelt und sinniert und Pläne verworfen und dann auf einmal fiel es mir ein: MeMadeMai!

Im MeMadeMai trägt man jeden Tag im Mai selbstgenähte,-gestrickte, -gehäkelte, gebatikte, -ge-wasweissichdenn-te Kleidungstücke und dokumentiert sie. Ähnlich wie der MeMadeMittwoch, aber irgendwo im Englischsprachigen beheimatet, und international. Ich weiß, dass das Tragen der Kleidung weniger herausfordernd ist als das Bilder machen und einstellen, aber das ist quasi der glitzernde Größenwahn!

Ich habe mir meine persöhnlichen Regeln aufgestellt: Jeden Tag ein selbstgemachtes Stück, und zwar von mir, die Handarbeit ist egal. Jeden Tag ein Foto, Samstags ein Blogeintrag. Wenn möglich hole ich alle meine Kleider einmal hervor, damit sie ans Licht kommen.

So. Da ist es. Das Projekt!

Hihi. Ab auf den Stapel damit.

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