Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragt Frau Brüllen.

Ja, was mache ich?

Es ist der 5. Januar 2017, ein Donnerstag. Ich habe seit zwei Wochen Urlaub, und die Kinder Ferien. Der Herr Gemahl ist auf Inbetriebnahme im Ausland, und war nur kurz zu Silvester mal  zu Haus.

In der Woche nach Weihnachten war ich hochzufrieden damit, nichts zu tun. Einmal war der Tagesplan Nagellack entfernen. Und nicht mal das habe ich geschafft. Mittlerweile habe ich aber wieder etwas mehr Elan.

Ich wach heute um zehn nach acht auf, und bin ein bißchen knatschig. Ich lese etwas bei Twitter, kuschele etwas mit dem Jüngsten, und stehe um zehn vor neun auf. Ich ziehe mich an und gehe eine Runde mit dem Hund. Ich gebe dem Hund Frühstück und bereite dann das meinige vor. Ich mache mir Haferflocken und in dem Zug auch gleich den Kakao für den Jüngsten, und die Haferflocken für die älteste. Sie wird sie allerdings nicht essen, denn für Vierzehnjährige ist das Konzept Frühstück in den Ferien sinnlos. Der Mittlere würde ein Nutellabrot essen, aber das wird nicht leckerer, wenn es den ganzen Vormittag hier rumsteht.

Ich bin immer noch knatschig, und räume endlich mal die vielen Kleinigkeiten zurecht, die mir schon ein paar Tage auf den Keks gehen, zu denen ich mich aber nicht überwinden konnte. Der Karton mit Altpapier auf dem Wohnzimmertisch, der Altkleidersack, das Paket, das im Flur im Weg steht.

Dann setze ich mich hin, und nähe. Ein Hollywood-Nachthemd. Wenn ich mir kurz überlege, wie oft man ein filmtaugliches Nachthemd braucht….Nie. Also her damit! Für mein gutes Gewissen nehme ich mir vor, eine Stunde für mich zu nähen und eine für den Stapel, aber tja, hat nicht geklappt. Auf dem Stapel liegen familiäre Aufträge, und  ach nee. Gegen Mittag fahre ich TK Pizza kaufen. Ich bin immer noch knatschig. Immer ich! Im Geiste formuliere ich den Beitrag zu meiner Knatschigkeit und muss es selber albern finden! Ich rufe die Kinder zusammen und verteile etwas Arbeit. Von wegen immer ich! Nach dem Mittagessen bringe ich die älteste zu einer Freundin, und die Jungs spielen zusammen Computer. Ich nähe noch ein bißchen und freue mich, dass ich endlich nicht mehr knatschig bin. Und so als Tip: ein Snack und ein Nickerchen! Hilft fast immer. Nachher gehe ich noch zum Sport und hole das Kind ab, und dann ist Feierabend.

Es ist übrigens sonnig und kalt. Es liegt auch Schnee, aber zu wenig zum Schlittenfahren.

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