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Ich habe Urlaub und denke rechtzeitig an Bilder, wie schön.

Hier werden am 12. eines Monats 12 Bilder gesammelt.

Das erste Mal bin ich um drei Uhr nachts aufgewacht, davon gibt es kein Bild. Ob es der Mond war, oder Pipi, Hunger, Durst, auf jeden Fall konnte ich lange nicht wieder einschlafen. Ich bin normalerweise nachts sehr streng mit mir. Sofort pinkeln gehen, so wenig Licht wie möglich, vielleicht noch etwas Wasser trinken, und auf keinen Fall auf die Uhr schauen. Aber heute war ich nicht so konsequent. Ich habe sogar mein Handy hervorgekramt, was natürlich allerstrengstens verboten ist, und Sudoku gespielt, und Twitter gelesen und mir dann eine Einschlafmeditation herausgesucht. Das war auch ganz gut, weil ich gerade dazu neige, pausenlos böse Dinge zu denken.

Ich bin dann gegen halb acht aufgestanden und habe eine Pipi-Runde mit dem Hund gedreht. Ich habe mich über mein kleines Vorgärtchen gefreut, besonders über die Kissenprimeln, die mich an meine Oma Lisi erinnern.

1von12 Blumen

Dann habe ich mir und zweien meiner Kinder Haferflocken gemacht. Das Gute war, ich konnte beim Frühstücken fernsehen.

2von12 Mabel

Das schlechte war, ich musste im Wohnzimmer frühstücken, denn die Küche sieht zur Zeit so aus:

3von12 Küche

Eine Stunde vorbereiten fürs Decke Streichen, eine Stunde Decke streichen,

4von12 Farbeimer

eine Stunde hinterher, um erst mich, dann die Geräte, dann das Bad und dann wieder mich zu reinigen.

5von12

Danach hatte ich Lust auf Handwerkeressen und habe Mettbrötchen besorgt.

7von12

Dabei wirkt der Ausschnitt auf dem Tisch so schön beschaulich. Daneben sieht es aber so aus:

6von12 Wohnzimmer

Ich habe mir einen Mittagsschlaf verordnet (nicht im Bild). Mein Akku war alle, ebenso wie der der Kamera. Ab hier also Handy-Bilder: Kaffee.

8von12 Kaffee

Mit Dr Who.

9von12

Nicht im Bild der Wocheneinkauf zusammen mit Kind 2, und die Verwirrung, als wir alles auf dem Küchentisch zwischenlagern wollen, aber nicht können, weil in der Küche kein Tisch steht.

Und es sieht so aus, als hätte ich neue Schuhe. Sie drücken ein bisschen, aber ich möchte sie nicht mehr ausziehen, also bleiben sie.

10von12 Schuhe

Beim Abendessen haben die Kinder gelacht, weil ich immer so müde bin. Aber das liegt daran, dass ich mitten in der Nacht – also vor zwölf Uhr mittags- so Sachen mache wie Decken streichen.

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag.

Den ganzen Tag schon formuliere ich an meinem Beitrag. Was ich so denke, und wie ich von Hölzchen aufs Stöckchen komme, und jetzt , wo ich endlich dazu komme, zu schreiben, bin ich hauptsächlich müde. Ein bisschen voll der Tag.

Mein Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Ich bin oft schon vorher wach, aber mag noch nicht sofort aufstehen. Zweimal darf ich auf Snooze drücken, damit ich alles schaffe. Nur heute halt nicht (und morgen und übermorgen und ach ach), weil der Herr Gemahl im Ausland weilt. Da muss ich morgens den Hund zur Pipi-Rund begleiten. Danach bin wenigstens wach. Ich bin zu der Zeit wieder da, wo ich mich sonst aus dem Bett geschält hätte, und der Rest des Morgens läuft wie immer. Kind 2 wecken, mit Frühstück versorgen, Kind 1 und 3 wecken und mit Frühstück versorgen, selber frühstücken, Schulbrote richten (zweimal nix, einmal „weiß nicht, wie gestern“, einmal Blutwurstbrot für mich), zur Arbeit fahren. Dort habe ich mich heute mit Not-Aus-Schaltern und HTL und TTL-Gebern beschäftigt. Es war ganz spannend im Büro, weil die nette Kollegin aus dem Sekretariat heute mal so richtig sauer geworden ist und ich hatte mit alldem nix zu tun. Um eins hatte ich Feierabend. Heimweg.

Zu Hause Kartoffeln aufsetzen, Bratwurst in die Pfanne und Blumenkohl ins Wasser und alles auf eins stellen. Dann bin ich mit dem Hund gegangen. Mittelkleine Runde. Zu Ende kochen, den Chor heute Abend absagen und essen, Mittagspause.

Nach der Pause (mit dem Handy auf dem Bett) kann ich mich an die Nähmaschine setzen und ein bisschen an meiner Chor-Hose weitermachen (Chor-Outfit ist „Egal was, aber schwarz“. Ich habe natürlich alles außer schwarz. Also nähe ich mir jetzt eine schwarze Chor-Hose, das Chor-Shirt ist schon fertig). Um fünf fange ich an, einen Einkaufszettel zu schreiben, weil ein sorgsam ausgetüftelter Zeitplan auf einmal leise anfängt zu wanken. Ich treibe drei Kinder zusammen und bringe ein Kind zum Judo, ein Kind zum Badminton. Dabei kommen wir an einer Polizeisperre vorbei, mit Blaulicht und Polizisten mit Maschinengewehr. (Anspannung eins). Das dritte Kind nehme ich mit zum Einkaufen. Und schade, dass dieses Kind den vergessenen Einkaufszettel nicht als Herausforderung sondern als Schusseligkeit wahrnimmt. Tss. Ein Teilchen zum Abschluss, ein Kind vom Badminton holen, eins vom Judo. Im Supermarkt habe ich bemerkt, dass mein Handy nicht in meiner Tasche ist. Geklaut oder vergessen ist die Frage (Anspannung zwei). Während wir auf  das Badminton-Kind warten stellen wir ein merkwürdiges Verhalten am Auto fest. Sobald die Scheinwerfer an sind, geht im Innenraum sämtliches Licht aus. Tacho-Beleuchtung, Radio, alles. Mach ich die Scheinwerfer wieder aus, geht innen das Licht wieder an. Da denke ich als Laie gleich an die Lichtmaschine. Orr. Dieses Auto hat schon die dritte Lichtmaschine. (Anspannung drei).

Wir sind ordentlich nach Hause gekommen, das Handy lag auf dem Einkaufszettel-puh. Einkäufe wegräumen, ein bisschen Essen, die Küche aufräumen, mit dem Gemahl telefonieren, den Artikel schreiben, nochmal mit dem Gemahl telefonieren und jetzt bin ich um.

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