Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag.

Den ganzen Tag schon formuliere ich an meinem Beitrag. Was ich so denke, und wie ich von Hölzchen aufs Stöckchen komme, und jetzt , wo ich endlich dazu komme, zu schreiben, bin ich hauptsächlich müde. Ein bisschen voll der Tag.

Mein Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Ich bin oft schon vorher wach, aber mag noch nicht sofort aufstehen. Zweimal darf ich auf Snooze drücken, damit ich alles schaffe. Nur heute halt nicht (und morgen und übermorgen und ach ach), weil der Herr Gemahl im Ausland weilt. Da muss ich morgens den Hund zur Pipi-Rund begleiten. Danach bin wenigstens wach. Ich bin zu der Zeit wieder da, wo ich mich sonst aus dem Bett geschält hätte, und der Rest des Morgens läuft wie immer. Kind 2 wecken, mit Frühstück versorgen, Kind 1 und 3 wecken und mit Frühstück versorgen, selber frühstücken, Schulbrote richten (zweimal nix, einmal „weiß nicht, wie gestern“, einmal Blutwurstbrot für mich), zur Arbeit fahren. Dort habe ich mich heute mit Not-Aus-Schaltern und HTL und TTL-Gebern beschäftigt. Es war ganz spannend im Büro, weil die nette Kollegin aus dem Sekretariat heute mal so richtig sauer geworden ist und ich hatte mit alldem nix zu tun. Um eins hatte ich Feierabend. Heimweg.

Zu Hause Kartoffeln aufsetzen, Bratwurst in die Pfanne und Blumenkohl ins Wasser und alles auf eins stellen. Dann bin ich mit dem Hund gegangen. Mittelkleine Runde. Zu Ende kochen, den Chor heute Abend absagen und essen, Mittagspause.

Nach der Pause (mit dem Handy auf dem Bett) kann ich mich an die Nähmaschine setzen und ein bisschen an meiner Chor-Hose weitermachen (Chor-Outfit ist „Egal was, aber schwarz“. Ich habe natürlich alles außer schwarz. Also nähe ich mir jetzt eine schwarze Chor-Hose, das Chor-Shirt ist schon fertig). Um fünf fange ich an, einen Einkaufszettel zu schreiben, weil ein sorgsam ausgetüftelter Zeitplan auf einmal leise anfängt zu wanken. Ich treibe drei Kinder zusammen und bringe ein Kind zum Judo, ein Kind zum Badminton. Dabei kommen wir an einer Polizeisperre vorbei, mit Blaulicht und Polizisten mit Maschinengewehr. (Anspannung eins). Das dritte Kind nehme ich mit zum Einkaufen. Und schade, dass dieses Kind den vergessenen Einkaufszettel nicht als Herausforderung sondern als Schusseligkeit wahrnimmt. Tss. Ein Teilchen zum Abschluss, ein Kind vom Badminton holen, eins vom Judo. Im Supermarkt habe ich bemerkt, dass mein Handy nicht in meiner Tasche ist. Geklaut oder vergessen ist die Frage (Anspannung zwei). Während wir auf  das Badminton-Kind warten stellen wir ein merkwürdiges Verhalten am Auto fest. Sobald die Scheinwerfer an sind, geht im Innenraum sämtliches Licht aus. Tacho-Beleuchtung, Radio, alles. Mach ich die Scheinwerfer wieder aus, geht innen das Licht wieder an. Da denke ich als Laie gleich an die Lichtmaschine. Orr. Dieses Auto hat schon die dritte Lichtmaschine. (Anspannung drei).

Wir sind ordentlich nach Hause gekommen, das Handy lag auf dem Einkaufszettel-puh. Einkäufe wegräumen, ein bisschen Essen, die Küche aufräumen, mit dem Gemahl telefonieren, den Artikel schreiben, nochmal mit dem Gemahl telefonieren und jetzt bin ich um.

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