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Über den Urlaub war meine Nähmaschine zur Wartung. Bevor ich mit neuem Elan zurück an meine Näherei gehe, habe ich mal aufgeschrieben, was ich eigentlich so vorhabe. Was liegt begonnen in der Schublade, was ist fest eingeplant, was hätte Anfang Juni fertig sein sollen. Gut, ich war genau, und habe jede Unterhose einzeln aufgeschrieben (ich wollte die Möglichkeit, fertige Dinge abhaken zu können), aber ich war von der schieren Anzahl der Projekte doch erstaunt. 38 Dinge will ich nähen, und den Badeanzug habe ich sogar noch vergessen.

Am nächsten Tag wollte ich nähen, war aber zu faul, in die Küche zu gehen und habe aufgeschrieben, was sich an Anziehsachen in meinem Schrank befindet. 68 Teile habe ich aufgeschrieben, und dabei notiert was ich davon halte. Zu kurz, zu weiter Halsausschnitt, und so weiter und „meh“-für Ich-bin-unzufrieden-kann-es-aber-nicht-in-Worte-fassen.

Und wie viele Kleidungsstücke haben keinen Negativeintrag? Sieben. Wow.

Dabei gibt es eine gewisse Häufung von Makeln. Bei Kaufshirts fehlt es immer an Länge, Bei Röcken und Kleidern fehlt es immer noch an Taschen.

Anstatt nun mit kritischem Blick meine Nähpläne zu kürzen, habe ich kurzerhand eine neue Liste gemacht, die aber ganz im ernst kaum ein Kleid enthält und eine tolle multipel kombinierbare Garderobe macht. (Sind nur 18 Teile)

 

 

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Vornehmlich eile ich durch meine Zeit.

Zwei Blog-Aktionen mag ich besonders: Was machst du eigentlich den ganzen Tag von Frau Brüllen und 12 von 12 von Caro. Tagebuchschreiben schaffe ich nicht, und so habe ich Anhaltspunkte, was wann war.

Zur Zeit läuft eben selbige aber in einem Tempo, dass ich nicht mehr hinterherkomme. Zweihundertmillionen Sachen habe ich nicht aufgeschrieben. Und noch weniger Fotos gemacht und hochgeladen. Und Unmengen kluger Gedanken habe ich gedacht, zwei, drei Mal die Weltformel erfunden, aber das saß ich gerade in Hemer im Auto auf dem Weg zur Arbeit, und bis ich da war, hatte ich alles vergessen.

Was lag an seit dem fünften April?

Kreuzfahrt, erster Mai, Chorfahrt, Muttertag, Geburtstag, noch ein Geburtstag, Urlaub in Österreich, Geburtstag, Geburtstagsfeier, Chorauftritte, Tanzstundenabschlussball und sicher sieben wichtige Dinge, an die ich gerade nicht denke und fünfmal Kartoffelsalat.

Seit rund zwei Monaten denke ich: nur noch dieses Wochenende, dann wird es endlich ruhiger. Das wird ja bald mal sein.

Wenn ich Langeweile habe  Bei Gelegenheit suche ich mal Fotos raus für die Erinnerungen.

ich bin ja wohl ein Wunder an Disziplin.

Begonnen hab ich einen Hollyburn-Rock aus schwarzem Jeansstoff, als Chorhosen-Ersatz.

2-13

Ich habe ihn nicht nur begonnen, ich habe ihn auch beendet. Er trägt sich wunderbar, und hat auch Taschen, aber durch den festen Stoff hat er sehr viel Stand, was in Verbindung mit Keine-Taille keine vorteilhafte Figur macht. Ich trage ihn trotzdem.

Außerdem fertiggestellt: eine Garnitur Unterwäsche aus Funktionsfaser. In lila.

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Ich schlafe bis zehn vor acht, denn ich habe Urlaub. Dann ziehe ich mich an, trinke ein Glas Wasser und gehe mit dem Hund. Als ich wiederkomme, sitzt die ganze Familie schon am Frühstückstisch, zum Teil mit äußerst zerknautschten Gesichtern. Für Menschen im Alter von 15 und 13 ist halb neun ein Grund sich noch mal umzudrehen, und nicht, aufzustehen. Der Elfjährige ist ein Frühaufsteher und schon seit Stunden wach. Aber wir haben heute Ferienprogramm mit einem Ausflug nach Münster zum Shopping. Das E-Bike des Gemahls hat einen Inspektionstermin um zehn, da müssen wir zeitig los. Wir setzen uns ins Auto und fahren durch Aprilschauer zum Fahrradhändler. Wir lassen den Herrn Gemahl allein in den Fahrradladen und warten lieber im Auto. Dann fahren wir in ein Parkhaus am Bahnhof und gehen von dort in die Stadt. Als erstes gibt es ein zweites Frühstück beim Bäcker, damit wir lieb  und geduldig bleiben. Dann beginnen wir mir Karstadt Sport. Turnschuhe für A. Es folgt Kaufhof, weil es auf dem weg liegt. Wir teilen uns auf. Die Jungs kucken nach Pullovern für F, der Gemahl und ich begleiten das Töchterchen in die Fest-Abteilung für ein Tanzstunden-Abschlussball-Kleid. Wir sind sehr nett und geduldig, das Brötchen hat sich also gelohnt, und finden ein Kleid, das wir zurücklegen. Dann fahnden wir nach den Jungs, die auch erfolgreich waren und bezahlen. In einer anderen Abteilung gibt es kurze Hosen für den Mittleren, der es als Zumutung empfindet, wenn ich ihn zu einer langen Hose zwinge, obwohl wir über fünf Grad (aber unter zehn!) haben.

Im Internet hat der Herr Gemahl einen Elektro-Roller gefunden, für den er einen Termin für eine Probefahrt gemacht hat, und so trotten wir Google-Maps folgend Richtung Kreuzkirche. Wir kommen an Villeroy und Boch vorbei und bestellen einen neuen Zuckerdosendeckel, und die Verkäuferin erzählt, dass sie in einem Nachbardörfchen immer ihr Osterwochenende verbracht hat. Klein ist die Welt.

Wir kommen an einem Stoffladen vorbei, und A. und ich setzen uns kurz ab zum Stöbern. Es lacht mich aber nichts an, vielleicht, weil auf meinem Nähplan 21 Artikel sind, da fehlt mir der Fokus. Wir treffen die Jungs kurze Zeit später, die die Zeit genutzt haben, sich zu verlaufen. Und schon an diesem Punkt fällt uns ein, dass der Gemahl zu seinem Termin ja auch gut alleine gehen könnte, wir habe ja noch Schuhe zu kaufen. Also trennen wir uns.

Die Kinder und ich gehen also zu Deichmann, nicht mehr ganz so flott. Der Jüngere probiert genau ein Paar Schuhe an, passt und gefällt, der Mittlere immerhin vier Paar bis er sich entscheidet, aber auch kurz und schmerzlos. Auf dem Weg zum Treffpunkt beim Bahnhofs-McDonalds halten wir noch bei Rossmann, um was zu trinken zu kaufen.

Der McDonalds im Bahnhof ist für uns Landeier der Inbegriff von Futurismus. Man kann an einem Display bestellen und sich das Essen an den Tisch bringen lassen. Minimale menschliche Interaktion. Dafür fehlt in der Regel was, und es gibt keine Toilette. Irgendwas ist halt immer.

Von der Sache her, bin ich zumindest ein bisschen ermattet, aber: das Kleid. Wieder trennen wir uns. Die Jungs holen das Fahrrad von der Inspektion und A. und ich machen uns auf dem Weg zum einem Kleid. Also wieder in die Stadt, erst zu P & C, dann zu S.Oliver, dann C&A. Da habe ich mir wenigstens Strumpfhosen gekauft. Dann Karstadt, und dann doch Kaufhof, das zurückgelegte Kleid abholen. In der Zwischenzeit  sind die Jungs auch fertig und können uns vor Karstad einsammeln. Ab nach Hause, Abendessen  und aufs Sofa. Kann sein, dass ich müde bin. Kann auch sein, dass ich sehr unbeholfen aussehe, als ich mich von Sofa hochgewuchtet habe, um ins Bett zu gehen.

Dass es Menschen gibt, die Shoppen als Vergnügen empfinden ist mir ein Rätsel.

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Mein Wecker klingelt heute zuerst, der Herr Gemahl hat Prüfung und schläft länger als sonst, nämlich bis mein Wecker klingelt. Wir stehen uns immer mal wieder im Weg bei unseren morgendlichen Verrichtungen weil wir sonst zeitversetzt aufstehen. Ich mache mich fertig und wecke Kind 2. Kind 3 ist krank und darf weiterschlafen. Dann mache ich Frühstück für die Kinder und mich, der Herr Gemahl kann sich schon selbst versorgen, und dann wecke ich Kind 1. Ich frühstücke und schmiere Pausenbrote, verabschiede Kind 2, putze mir die Zähne und verabschiede mich von den verbliebenen Familienmitgliedern und fahre zur Arbeit. Ich bin früh dran, aber ein Kollege ist noch früher dran. Allerdings ist er so verschnupft, dass er geht, als der andere Kollege kommt. Es ist also eher still im Büro mangels Menschen. Ich arbeite fleißig meinen Stapel ab und ab und zu ruft der Gemahl an, um zu erzählen, dass er fertig geprüft ist. Nach der Arbeit fahre ich an der Tankstelle die Scheiben saubermachen und kaufe mir ein paar Haargummis im DM und fahre nach Hause. Der Gemahl kocht und ich gehen mit dem Hund. Normalerweise bin ich montags alleine zum Essen und habe auch nur dafür geplant. Da ist es ein Glück, dass es Lachs mit Nudeln geben sollte, und nicht etwa Wirsing-Nudelsalat, oder Rosenkohlpfanne, denn der Gemahl isst ja mit, und das kranke Kind 3 isst mir, und bei Kind 1 fällt Unterricht aus, und es isst auch mit. Ich verbrenne mich am heißen Ofenrost und kann nun drauf hinweisen, dass eine Brandblase im Fingerknick Mist ist, dann braucht ihr das nicht auszuprobieren.

Nach einer Mittagspause verlässt der Gemahl das Haus in Richtung Orthopäde und ich putze ein bisschen  die Küchenschränke. Dann schmeiße ich eine Maschine Wäsche an und hänge eine auf. Ich wollte Kind 1 zur Tanzschule fahren, aber sie wird abgeholt und ich kann weiter Wäsche zusammenlegen und wegräumen. Dann putze ich das Bad.

Endlich bin ich mit meinen Erledigungen fertig, denke ich, und kann mich ums Nähen kümmern. Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, mir Jeanshosen zu nähen, und unglaublich Schiss davor. Das Schnittmuster liegt hier schon wochenlang und es kostet mich echt Überwindung, damit anzufangen. Weil nun aber meine einzige Hose langsam durchscheuert, muss ich jetzt wohl ran. Also habe ich mir Stretch-Jeansstoff bestellt. Der ist so strechtig, dass ich ihn im Laden für Sweat-Stoff gehalten hätte. Ich hoffe, dass das bedeutet, der Schnitt ruckelt sich schon zurecht. Naja. Zu Not ist es genug Stoff für zwei Hosen. Gestern habe ich die Teile zugeschnitten und heute die Reste, die ich übersehen hatte. Dafür, dass eine Hose grob aus Vorderbein und Hinterbein besteht, sind das unglaublich viele Teile.

Als mein Gemahl zurückkommt, fällt mir ein, dass ich auch noch Überweisungen machen muss, also tue ich das. Aber jetzt sind alle Pflichten erfüllt. Oder zumindest genug für einen Tag. Gerade, als ich fertig war mit meinen Überweisungen kamen komische Geräusche von draußen. Die Kraniche sind zurück!

Es folgt im weiteren Verlauf des Abends noch Abendessen, und Chor für mich. Der Gemahl geht noch zum Elternabend, der dritte innerhalb einer Woche und Gott sei Dank auch der letzte.

Das war der erste Tag im Jahr, der sich nach Frühling angefühlt hat.

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Um zwanzig vor sechs klingelt der Wecker, um viertel vor sechs steh ich auf. Sonnengruß und anziehen. Um viertel nach sechs verabschiede ich den Herrn Gemahl, wecke zwei Kinder und stecke ein Toast in den Toaster und fülle Schoko-Müsli in eine Schüssel. Dann mache ich zweimal Haferflocken mit Kakao und weiche eine Portion schon mal mit Milch ein. Um halb sieben wecke ich noch ein Kind und frühstücke. Ich verabschiede zwei Kinder und schmiere zwei Pausenbrote -ja in dieser Reihenfolge. Heute gibt es Graubrot mit Gouda. Dann verabschiede ich mich von Kind und Hund und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Zwanzig vor Acht bin ich da. Ich arbeite fleißig meine eher unattraktive Aufgabe ab, unterbrochen nur vom Hündchen des Chefs, das leider Durchfall hat. In meinem Büro.

Um eins bin ich fertig für heute und fahre nach Hause. Seit diesem Halbjahr bin ich montags mittags alleine zu Hause, weil alle Kinderlein lange Schule haben. Ich habe Appetit auf Käsespätzle, und niemand zieht einen Flunsch. Schön. Nach dem Essen gehe ich mit dem Hund um den Block. Ich mache noch ein bisschen Pause und um halb vier fange ich an zu kramen. Ich schreibe eine Liste, mit dem, was in meinem Kopf rumschwirrt. Ich mache meine Überweisungen und stelle zu meinem Bedauern fest, dass diesen Monat wohl keine neuen Schuhe drin sind. Naja, dann eben später. Dann versuche ich die Unterlagen vom Kieferorthopäden zu verstehen, das gelingt mir aber nicht. Also mache ich noch einen Gesprächstermin aus. Ich wasche eine Maschine Wäsche und hänge sie auf, dann arbeite ich an einem Probekleid weiter. Zwei Kinder kommen nach Hause und zaubern sich eine Mahlzeit, Pommes mit Hackfleisch. Um halb sechs fahre ich ein Kind zum Judo. Zu Hause nähe ich noch ein bisschen. Abholen muss ich das Kind nicht, denn der Herr Gemahl holt ein Kind von der Tanzschule ab und gerät in Umstände und fährt dann gleich noch einen großen Bogen zum Judokind. In der Zwischenzeit räume ich mit dem dritten Kind die Schwibbögen auf den Dachboden. Um halb acht gibt es Abendessen für das Tanzschulkind und die Eltern die anderen beiden sind noch satt. Die Kinder verziehen sich in ihre Zimmer, der Gemahl hat noch einen Massagetermin und ich schreibe einen Blogeintrag. Feierabend.

Ich spiele in diesem Jahr ein Spiel mit mir: 13 mal etwas schönes neues anfangen, und ein Bild davon zeigen, und im Gegenzug davon berichten, was in der Zwischenzeit fertig geworden ist.

Ein neues Projekt, yeah. Natürlich nicht nur eins, aber eins, das mir besonders erschien.

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Neue Socken. Ich habe zu Weihnachten das Soxx Book bekommen und dazu gleich ein Starter-Paket, und ich hatte Zeit und Muße. Und deshalb habe ich mir auch diesen Quatsch ausgedacht.

Fertig geworden sind im ersten Dreizehntel eine Sporthose (Steeplechase Leggings von Fehr Trade aus Funktionsjersey von Extremtextil) und ein Wickel-Shirt nach eigenem Entwurf in lila, das ich mir gemacht habe, weil es dieses Shirt in meiner Größe nicht zu kaufen gab.

„Und?“, sprach der Gatte.“Was sind deine guten Vorsätze?“ Kann sein, dass ich unwirsch reagiert hatte. Ich bin kein Fan von guten Vorsätzen zum neuen Jahr. Wenn ich mir was vornehmen will, kann ich das auch Mitte November machen (z.B jeden Morgen einen Sonnengruß, um mich mal selbst zu loben.)  Zu diesem Silvester hat sich aber durch Zufall zweierlei ergeben. Ich habe ein Video gesehen, in dem es um gute Vorsätze ging. Ich fand’s gut, denn die Youtuber hielten auch nichts von guten Vorsätzen. Aber ganz ohne ging es nicht, und vielleicht war es etwas langatmig, aber es kam der Hinweis, dass man doch mal versuchen sollte, mehr auf seine Bedürfnisse zu achten. Aufstehen, wenn man nicht mehr stillsitzen kann, trinken, wenn man Durst hat (und nicht – ich will ja keinen angucken! -Schokolade essen, wenn man Durst hat), oder Schlafen gehen, wenn man müde ist. Ich fand, das kling gut, und deshalb habe ich mir vorgenommen, ein bisschen mehr auf meine Bedürfnisse zu achten.

Und zweitens möchte ich gerne ein Spiel mit mir spielen. Es heißt Anfangs Schwester heißt Ende (hier die Musik dazu) und geht so: 13 mal in diesem Jahr beginne ich ein  Handarbeitsprojekt.  Dabei habe ich ungefähr fünf Tage Zeit, um mich zu entscheiden und mich vorzubereiten. Davon mache ich dann ein Bild um es euch zu zeigen. Ein Anfangsbild. Und nach vier Wochen, bevor ich wieder bei etwas Neuem von vorne anfange, schreibe ich auf, was fertig geworden ist in der Zwischenzeit. Der Schwerpunkt liegt aber auf jeden Fall im Neubeginn. Sinn muss das nach außen nicht ergeben, ich versuche mir das Auf und Ab des weiblichen Zyklus ein bisschen schöner zu reden. Wenn ich es schaffe, mich dabei selbst zu überlisten und mehr angefangene Ding beende, wäre das doch ein hübscher Nebeneffekt.

Ach ja, einen hab ich noch! Wenn ich nicht weiß, soll ich zu Sport oder lass ich es sein: Immer zum Sport gehen. Nicht für den Körper, sondern fürs Gemüt.

Es ist toll wie viel kleines Glück man haben kann in einem großen Das-hätte-es-aber-nicht-gebraucht.

Mir ist mein Auto stehengeblieben. Während der Fahrt. Aber das erste kleine Glück war, dass ich vorher leckere Zimtschnecken gegessen hatte. Satt und zufrieden erträgt sich so ein Abenteuer leichter.

Das zweite kleine Glück war, dass das Auto vor einer Tankstelle stehengeblieben ist, und nicht zwei Kilometer vorher auf der Autobahn. Mir haben zwar die Finger gezittert, als ich das Warnblinklicht angeschaltet habe, aber ich wusste, ich kann auf der Tankstelle nach Hilfe fragen. Mir haben dann drei Männer das Auto auf die Tankstelle geschoben

Das dritte kleine Glück war, dass der Handyakku noch gereicht hat, den Gemahl anzurufen, den ADAC, und meiner Tochter und meiner Schwiegermutter SMS zu schicken, um Mittagessen, Gassigehen und Ersatzauto zu organisieren.

Das vierte kleine Glück war, dass der liebe Werkstattmann auch wirklich in seiner Werkstatt war, und er mir außerdem sein Telefon geliehen hatte, damit meine Schwiegermutter mich von der Werkstatt holen konnte. Außerdem hatte er auch die Telefonnummer von selbiger Schwiegermutter, denn mein Handy mit dem Telefonbuch war ja aus.

Es ist also alles in allem glimpflich verlaufen, nur das Auto, das tut es halt erst mal nicht mehr.

In den Ferien hatte ich Urlaub. Urlaub im Sinne von Nichts tun. Gar nichts. Diese Zeit zwischen den Jahren ist zum Runterfahren aller Systeme da. Kein Projekt, keine Arbeit, keine Termine, keine Kinderbelustigung.

In der zweiten Woche, als die Weihnachtstage schon verklungen waren, hat sich eine Ferienroutine entwickelt. Ich bin jeden Abend brav um viertel vor zehn ins Bett gegangen, und habe wunderschöne zehn bis zwölf Stunden geschlafen. Offenbar hat meine Körper erste eine Woche gebraucht, um runterzufahren. Das war schön, aber auch ein bisschen erschreckend. Denn das heißt wohl, dass die acht Stunden Schlaf, die ich im Alltag bekomme, mir nicht reichen.

Im Englischen gibt es dafür den Begriff „unwind“-abwickeln. Dabei stell ich mir eine Uhr vor, die aufgezogen war, und es jetzt nicht mehr ist und nur noch still daliegt. Im Deutschen das Wort „entspannen“ dagegen ist wie ein Bogen, der am Baum lehnt. Nicht gespannt in der Hand des Bogenschützen, aber immer noch mit Spannung versehen.

Schon am ersten Arbeitstag hat war ich müde, hatte Kopfschmerzen, hab mich ein bisschen komisch gefühlt. Das ist seither nicht viel besser geworden, aber ich gewöhne mich wieder daran. Wahrscheinlich so sehr, dass ich diesen paradisischen Zustand vergessen werde. Und damit das nicht passiert, schreibe ich es auf.

Claudia, du könntest mehr schlafen.

Wenn man das Problem erkannt hat, ist man der Lösung ja schon näher, sagt man.

WKSA 2017

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