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Es ist der 5. September, Zeit aufzuschreiben, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache. Angestiftet hat mich Frau Brüllen.

Um zehn von sechs klingelt der Wecker. Viel zu früh, denn gestern Abend ist es für mein murmeltierhaftes Schlafbedürfnis zu spät beim Chor geworden. Wir sprachen über Weihnachtslieder, das ist ein weites Feld. Ich husche fix durchs Bad und mach mir die Haare aus dem Gesicht, und gehe ein Ründchen mit dem Hündchen. Dann wecke ich zwei Kinder, mache Frühstück für uns und wecke das dritte Kind. Frühstücken und Schulbrote schmieren (einmal Toast mit Kassler, einmal großer Joghurt und das dritte Kind hat sich gestern Cookies gebacken, die es mitnehmen kann.) Ein Hoch darauf, dass wir kein Grundschulkind mehr haben, wo Zucker des Teufels ist. Erst verlassen die Jungs das Haus, dann ich, dann das Mädchen. Auf dem Weg zu Arbeit ist Stau, eine Überraschungsbaustelle ist im Hönnetal aufgebaut worden. Im nachhinein habe ich mich sogar darüber gefreut, denn gerade außer Sichtweite der kilomertweiten Ampelschlange hat ein Autofahrer im Gegenverkehr so knapp überholt, dass ich bremsen musste. Wie schön für ihn, dass er jetzt vor dem Laster an der Ampel stand.

Auf der Arbeit war es -naja. Man stelle sich folgendes vor: In einem Haus verteilt stehen hundertfünfzig Kisten, in ungefähr zehn verschieden Farben. Ich gehe jetzt sozusagen durch das Haus, und fülle Murmeln in die Kisten, je nach Farbe verschieden viele. Wenn man die Kisten gefüllt hätte, bevor man sie im Haus verteilt, wäre es ein bißchen schneller gegangen. (Es handelt sich natürlich um Computerdaten,  es wäre zu dem Zeitpunkt Copy&Paste gewesen). Aber jetzt haben die Kisten schon Zimmereigenschaften angenommen, und nix ist mit Copy&Paste.  Zwanzig Minuten hat es Spaß gemacht, aber das war gestern.  Dazu kommt erschwerend, dass bis auf eine Ausnahme alle Kollegen unterwegs sind, da kommt man nicht mal zu ’nem Schwätzchen.

Nach der Arbeit muss ich noch einkaufen, dann setze ich Kartoffeln auf und gehe wieder ein Ründchen mit dem Hündchen. Zwei Kinder kommen zum Essen, das dritte sammel ich später ein. Anstatt die Küche aufzuräumen mach ich ein schnelles Mittagsschläfchen, denn kurz darauf muss ich wieder los. Ein Kind zum Saxophon bringen, dabei das Klavierkind einsammeln, Hundefutter kaufen. Dann schnell die Küche aufräumen, Sportsachen packen, und zum Sport. Auf dem Weg dahin war es nötig eine Vollbremsung hinzulegen, weil jemand von links auf die Hauptstraße eingebogen ist, der sehr schön auf den Fahrradfahrer geachtet hat, aber leider nicht auf mich. zwanzig Zentimeter waren aber Platz genug, und Gott-sei-Dank war keiner hinter mir.

Nach dem Sport treffe ich das Kind 1 beim Muffinsbacken. Und tatsächlich sieht die Küche auch nach 48 Muffins aus. Jetzt noch Küche aufräumen und dann geh ich Murmeltier ins Bett.

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Was machst du eigentlich den ganzen Tag, fragt Frau Frau Brüllen.

Am meisten habe ich wohl heute mal nichts getan. Um halb acht bin ich aufgewacht, um acht aufgestanden und ein Ründchen mit dem Hündchen gegangen. Es hat geschüttet wie aus Eimern, aber der Hund wollte nicht unter den Schirm. Angeboten habe ich es ihm. Als ich zurück war, war das Frühstück fertig und es duftete nach Kaffee. Wir haben ihn im Urlaub in einer kleinen Kaffeerösterei gekauft, sehr lecker. Nach dem Frühstück habe ich ein bisschen Wäsche gemacht und ein Schwätzchen mit meinem Mann gehalten. Der war ein paar Tage auf Inbetriebnahme in Österreich. Erstaunlich schnell war schon Zeit, mit dem Kochen anzufangen. Während die Kartoffeln kochten, habe ich an meinem Kleid (Dahlia von Colette) weitergearbeitet. Nach dem Essen (Bratwurst und Spitzkohl-Kartoffelsalat) habe ich die Küche aufgeräumt, und mein Gemahl hat das Töchterlein zur DLRG-Wache gebracht und ist zum Sport verschwunden. Ich habe an dem Ausschnitt von meinem Kleid gewerkelt, und bin dann auch ins Fitness-Studio gefahren, weil wir uns zur Sauna verabredet haben. Zwischen unseren Saunagängen hat sogar kurz die Sonne geschienen. Danach waren wir noch kurz einkaufen, weil die Umstände ergeben haben, dass wir morgen Abend grillen wollen. Ein kurzes Abendessen mit heißem Pfefferminztee, und schon vor acht läuft der heutige Spielfilm, Star Trek Beyond. Ein beschaulicher vorletzter Urlaubstag, am Montag geht es wieder los mit arbeiten.

Time is fleeting…

Heute ist Montag, der 12., also Zeit für viele Bilder. Von mir zur vollen Stunde.

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Sieben. Es sieht sehr verlockend nach Urlaub aus. Ist aber nur die Fahrt zur Dichtigkeitsprüfung.

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Etwas vor acht. Mein Rechner während des Hochfahrens. Sieht man gar nicht.

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Ich habe die volle Stunde verpasst. Halb zehn, Frühstück.

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Elf. Oder zwölf. Wahnsinnig spannende Büropflanzen.

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Ich bin wieder auf vollen Stunden! Feierabend. Es war spannender auf der Arbeit, als die Bilder vermuten lassen.

Zwei Uhr: Bild vergessen. Ich bin Gassi mit dem Hund.

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Fast drei Uhr. Endlich Mittagessen.

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Vier Uhr. Kaffeepause nach kurzer Besorgungstour.

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Fünf Uhr. Ein bisschen nähen.

Sechs. Bild vergessen. Ich bin unterwegs, erst ein Fahrrad für eine Radfahrprüfung zur Schule bringen, dann das dazugehörige Kind zum Judo.

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Sieben. Ich habe eigentlich überhaupt kein Zeit, weil ich gleich das Judo-Kind wieder abholen muss, versuche aber mal ein bisschen Fernsehn zu kucken.

Acht. Nicht im Bild: Mein Chor fällt aus, so habe ich Zeit, die Bilder zu posten.

Mehr zwölf von zwölf gibt es hier.

Ich habe Urlaub und denke rechtzeitig an Bilder, wie schön.

Hier werden am 12. eines Monats 12 Bilder gesammelt.

Das erste Mal bin ich um drei Uhr nachts aufgewacht, davon gibt es kein Bild. Ob es der Mond war, oder Pipi, Hunger, Durst, auf jeden Fall konnte ich lange nicht wieder einschlafen. Ich bin normalerweise nachts sehr streng mit mir. Sofort pinkeln gehen, so wenig Licht wie möglich, vielleicht noch etwas Wasser trinken, und auf keinen Fall auf die Uhr schauen. Aber heute war ich nicht so konsequent. Ich habe sogar mein Handy hervorgekramt, was natürlich allerstrengstens verboten ist, und Sudoku gespielt, und Twitter gelesen und mir dann eine Einschlafmeditation herausgesucht. Das war auch ganz gut, weil ich gerade dazu neige, pausenlos böse Dinge zu denken.

Ich bin dann gegen halb acht aufgestanden und habe eine Pipi-Runde mit dem Hund gedreht. Ich habe mich über mein kleines Vorgärtchen gefreut, besonders über die Kissenprimeln, die mich an meine Oma Lisi erinnern.

1von12 Blumen

Dann habe ich mir und zweien meiner Kinder Haferflocken gemacht. Das Gute war, ich konnte beim Frühstücken fernsehen.

2von12 Mabel

Das schlechte war, ich musste im Wohnzimmer frühstücken, denn die Küche sieht zur Zeit so aus:

3von12 Küche

Eine Stunde vorbereiten fürs Decke Streichen, eine Stunde Decke streichen,

4von12 Farbeimer

eine Stunde hinterher, um erst mich, dann die Geräte, dann das Bad und dann wieder mich zu reinigen.

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Danach hatte ich Lust auf Handwerkeressen und habe Mettbrötchen besorgt.

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Dabei wirkt der Ausschnitt auf dem Tisch so schön beschaulich. Daneben sieht es aber so aus:

6von12 Wohnzimmer

Ich habe mir einen Mittagsschlaf verordnet (nicht im Bild). Mein Akku war alle, ebenso wie der der Kamera. Ab hier also Handy-Bilder: Kaffee.

8von12 Kaffee

Mit Dr Who.

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Nicht im Bild der Wocheneinkauf zusammen mit Kind 2, und die Verwirrung, als wir alles auf dem Küchentisch zwischenlagern wollen, aber nicht können, weil in der Küche kein Tisch steht.

Und es sieht so aus, als hätte ich neue Schuhe. Sie drücken ein bisschen, aber ich möchte sie nicht mehr ausziehen, also bleiben sie.

10von12 Schuhe

Beim Abendessen haben die Kinder gelacht, weil ich immer so müde bin. Aber das liegt daran, dass ich mitten in der Nacht – also vor zwölf Uhr mittags- so Sachen mache wie Decken streichen.

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag.

Den ganzen Tag schon formuliere ich an meinem Beitrag. Was ich so denke, und wie ich von Hölzchen aufs Stöckchen komme, und jetzt , wo ich endlich dazu komme, zu schreiben, bin ich hauptsächlich müde. Ein bisschen voll der Tag.

Mein Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Ich bin oft schon vorher wach, aber mag noch nicht sofort aufstehen. Zweimal darf ich auf Snooze drücken, damit ich alles schaffe. Nur heute halt nicht (und morgen und übermorgen und ach ach), weil der Herr Gemahl im Ausland weilt. Da muss ich morgens den Hund zur Pipi-Rund begleiten. Danach bin wenigstens wach. Ich bin zu der Zeit wieder da, wo ich mich sonst aus dem Bett geschält hätte, und der Rest des Morgens läuft wie immer. Kind 2 wecken, mit Frühstück versorgen, Kind 1 und 3 wecken und mit Frühstück versorgen, selber frühstücken, Schulbrote richten (zweimal nix, einmal „weiß nicht, wie gestern“, einmal Blutwurstbrot für mich), zur Arbeit fahren. Dort habe ich mich heute mit Not-Aus-Schaltern und HTL und TTL-Gebern beschäftigt. Es war ganz spannend im Büro, weil die nette Kollegin aus dem Sekretariat heute mal so richtig sauer geworden ist und ich hatte mit alldem nix zu tun. Um eins hatte ich Feierabend. Heimweg.

Zu Hause Kartoffeln aufsetzen, Bratwurst in die Pfanne und Blumenkohl ins Wasser und alles auf eins stellen. Dann bin ich mit dem Hund gegangen. Mittelkleine Runde. Zu Ende kochen, den Chor heute Abend absagen und essen, Mittagspause.

Nach der Pause (mit dem Handy auf dem Bett) kann ich mich an die Nähmaschine setzen und ein bisschen an meiner Chor-Hose weitermachen (Chor-Outfit ist „Egal was, aber schwarz“. Ich habe natürlich alles außer schwarz. Also nähe ich mir jetzt eine schwarze Chor-Hose, das Chor-Shirt ist schon fertig). Um fünf fange ich an, einen Einkaufszettel zu schreiben, weil ein sorgsam ausgetüftelter Zeitplan auf einmal leise anfängt zu wanken. Ich treibe drei Kinder zusammen und bringe ein Kind zum Judo, ein Kind zum Badminton. Dabei kommen wir an einer Polizeisperre vorbei, mit Blaulicht und Polizisten mit Maschinengewehr. (Anspannung eins). Das dritte Kind nehme ich mit zum Einkaufen. Und schade, dass dieses Kind den vergessenen Einkaufszettel nicht als Herausforderung sondern als Schusseligkeit wahrnimmt. Tss. Ein Teilchen zum Abschluss, ein Kind vom Badminton holen, eins vom Judo. Im Supermarkt habe ich bemerkt, dass mein Handy nicht in meiner Tasche ist. Geklaut oder vergessen ist die Frage (Anspannung zwei). Während wir auf  das Badminton-Kind warten stellen wir ein merkwürdiges Verhalten am Auto fest. Sobald die Scheinwerfer an sind, geht im Innenraum sämtliches Licht aus. Tacho-Beleuchtung, Radio, alles. Mach ich die Scheinwerfer wieder aus, geht innen das Licht wieder an. Da denke ich als Laie gleich an die Lichtmaschine. Orr. Dieses Auto hat schon die dritte Lichtmaschine. (Anspannung drei).

Wir sind ordentlich nach Hause gekommen, das Handy lag auf dem Einkaufszettel-puh. Einkäufe wegräumen, ein bisschen Essen, die Küche aufräumen, mit dem Gemahl telefonieren, den Artikel schreiben, nochmal mit dem Gemahl telefonieren und jetzt bin ich um.

Gestern Abend, als wir ins Bett gegangen sind, wollte ich gern noch lesen. Aber D. wollte lieber das Licht aus haben. „Ich wecke dich morgen um sechs, dann hast du genug Zeit zu lesen, ok?“

Bis jetzt weiß ich noch nicht, ob es gut oder schlecht war, aber ich von alleine um sechs aufgewacht, und hatte Zeit zum Lesen. Das Orakel vom Berg, was als Vorlage diente für The Man In The High Castle. Wir haben noch bis acht im Bett herumgelungert, Tablet geschaut und die Zeitung gelesen. Dann bin ich mit dem Hund gegangen, und der Gemahl hat Brötchen geholt.  Der Jüngste hat mir beim Frühstückstisch decken geholfen und wir haben zu dritt gefrühstückt. Je eine Waschmaschinenladung waschen, trocknen, wegräumen. Dann sind die restlichen Kinder (zwei eigene, ein Gastkind) zum Frühstücken erschienen. Als die Küche wieder fertig war, habe ich die Nähmaschine hervorgeholt  und ein Unterhemd fertig genäht. Für den passenden Schlüpfer hatte ich aber zu wenig Geduld. Also habe zwei Jungs aus dem Wohnzimmer geschmissen (genau genommen sagte ich:“Wollt ihr mit Siebenstein gucken?“ Sie sind zwölf, sie wollten nicht) und habe mich mit Strickzeug vor den Fernseher gesetzt. Unter der Woche kucke ich so gut wie gar kein Fernsehen, aber Sonntag hole ich das alles wieder auf. Heute morgen Siebenstein und Löwenzahn und die Sendung mit der Maus. Das Mittagessen habe ich mit D. zusammen gekocht, und kurz vor dem Essen wurde das Gastkind abgeholt. Nach dem Essen musste ich schwer überlegen, ob ich zu Sport will oder nicht. Normalerweise gehen wir Sonntags vormittags, aber heute halt mal nicht. Ich wollte eigentlich nicht, aber ich bin trotzdem mitgegangen. Wir fuhren zum Fitnessstudio und ich ging draußen Joggen. Gerade als ich wieder zurück war, kam ein Hagelschauer herab und ich war froh, wieder drinnen zu sein. Wir sind noch in die Sauna gegangen und als wir wieder nach Hause kamen, da hatte die Große einen Käsekuchen im Ofen. Große Kinder sind was feines! Ich habe mich mit meinem Stück wieder aufs Sofa gesetzt, vor den Fernseher. Sonntag nachmittag gibt es Privatfernsehen, Auto-Motor-Sport. Ich schreibe den Blogeintrag dabei. Später kommen noch Ab in die Ruine, die Beetbrüder (ich liebe sie) und als Tagesabschluss der Tatort. In den Werbepausen Abendessen und noch ein Maschinchen Wäsche.

Frau Brüllen fragte: Was machst du eigentlich den ganzen Tag. Danke!

Juchhu. Frühlingsjäckchen-Knit-Along:

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Ich habe mir in diesem Jahr ein Anleitungsbuch geleistet, anstatt wie sonst auf Ravelry zu stöbern, und zwar  knit to flatter von Amy Herzog. Das ist die Designerin meiner vorletzten (?) Frühlingsjacke, die echt schön ist. Ich habe mich für den Flutter-Pullover entschieden, in grün. Weil ich nämlich noch grüne Wolle liegen habe.

Wer es eilig hat, der gehe langsam, heißt es. Also habe ich erstmal meinen Figurtyp eruiert und mich für ein Modell entschieden. Dann habe ich die erwünschten Änderungen überlegt ( Ausschnitt tiefer und die Ärmel schmaler) und  zwei Maschenproben gemacht, und dann umgerechnet, es passt natürlich nicht, und als ich gerade 320 Maschen (Nadelstärke 2,5) angeschlagen habe, da geht mir meine Stricknadel kaputt. Natürlich an einem Sonntag, natürlich die einzige in der Stärke. Und natürlich hatte am Montag der Wollladen zu. Rosenmontag. Hmpf. Also kann ich heute erst mein Werke beginnen, wo andere womöglich schon fast fertig sind.

Vielen Dank an die Organisation des Knit-Alongs!

Ich habe schon lange keine Pläne mehr notiert 🙂

Das Motto des Jahre sollte lauten: Basics

In meinem Weihnachtsurlaub habe ich mir schon mal Stoff bestellt. Für ein Nachthemd, eine Garnitur Unterwäsche und eine Jeans-Leggings. Ich habe auch schon fleißig genäht, aber ich komme hier zu nix. Immer ist irgendwas, und irgendwas ist immer. Und wenn man nur zwei Stunden aus der Woche an Nähzeit abzweigen kann, dann zieht sich so ein Werk mit Ziernähten ja ganz ordentlich.

Aber wenn ich dabei bin, Kinder zum Sport zu fahren, oder auf das Ende das Musikunterrichtes zu warten kann ich mir ja schon mal Gedanken machen. Dumme Sache, das. Denn statt meine Unterwäsche auf ein glücklich-machendes Niveau zu heben, möchte ich doch lieber das ein oder andere Kleid nähen. Und zwar war der Gedankengang so: ich habe auf Instagram ein schönes Kleid gesehen. Auf der Homepage war auch ein schöner Rock. Den hätte ich gerne als Festival-Rock, habe mir aber den Namen nicht aufgeschrieben von der ausländischen Schnittmusterfirma. Gut, dass ich noch einen Anhaltspunkt hatte. Das Bild war von Catherine und beim Durchscrollen habe ich erstens die Schnittmusterfirma (Sew Chic) wiedergefunden, und damit den Rock (Spin Skirt) und zweitens ein tolles Kostüm (V9052) gesehen. Und das war nun gerade eins, dass ich an anderer Stelle (Nadelbernds Nähkastchen), nämlich beim WKSA auch schon unglaublich toll fand. Ein Zeichen, was soll ich machen. Also muss ich mir das Schnittmuster bestellen, es hilft ja nix.

Ihr dürft jetzt nur nicht denken, dass es in näherer Zukunft Fortschrittsberichte gibt. Ich muss ja erstmal die drei Teile vom Januar fertig machen, und dann die Küche renovieren und dann eine Gartenparty durchführen (aaaahh, ich brauch eine Gartenpartykleid), und dann, also nach dem Sommerurlaub, kann ich mich darum kümmern. Aber der Anfang, der ist gemacht.

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? fragt Frau Brüllen.

Ja, was mache ich?

Es ist der 5. Januar 2017, ein Donnerstag. Ich habe seit zwei Wochen Urlaub, und die Kinder Ferien. Der Herr Gemahl ist auf Inbetriebnahme im Ausland, und war nur kurz zu Silvester mal  zu Haus.

In der Woche nach Weihnachten war ich hochzufrieden damit, nichts zu tun. Einmal war der Tagesplan Nagellack entfernen. Und nicht mal das habe ich geschafft. Mittlerweile habe ich aber wieder etwas mehr Elan.

Ich wach heute um zehn nach acht auf, und bin ein bißchen knatschig. Ich lese etwas bei Twitter, kuschele etwas mit dem Jüngsten, und stehe um zehn vor neun auf. Ich ziehe mich an und gehe eine Runde mit dem Hund. Ich gebe dem Hund Frühstück und bereite dann das meinige vor. Ich mache mir Haferflocken und in dem Zug auch gleich den Kakao für den Jüngsten, und die Haferflocken für die älteste. Sie wird sie allerdings nicht essen, denn für Vierzehnjährige ist das Konzept Frühstück in den Ferien sinnlos. Der Mittlere würde ein Nutellabrot essen, aber das wird nicht leckerer, wenn es den ganzen Vormittag hier rumsteht.

Ich bin immer noch knatschig, und räume endlich mal die vielen Kleinigkeiten zurecht, die mir schon ein paar Tage auf den Keks gehen, zu denen ich mich aber nicht überwinden konnte. Der Karton mit Altpapier auf dem Wohnzimmertisch, der Altkleidersack, das Paket, das im Flur im Weg steht.

Dann setze ich mich hin, und nähe. Ein Hollywood-Nachthemd. Wenn ich mir kurz überlege, wie oft man ein filmtaugliches Nachthemd braucht….Nie. Also her damit! Für mein gutes Gewissen nehme ich mir vor, eine Stunde für mich zu nähen und eine für den Stapel, aber tja, hat nicht geklappt. Auf dem Stapel liegen familiäre Aufträge, und  ach nee. Gegen Mittag fahre ich TK Pizza kaufen. Ich bin immer noch knatschig. Immer ich! Im Geiste formuliere ich den Beitrag zu meiner Knatschigkeit und muss es selber albern finden! Ich rufe die Kinder zusammen und verteile etwas Arbeit. Von wegen immer ich! Nach dem Mittagessen bringe ich die älteste zu einer Freundin, und die Jungs spielen zusammen Computer. Ich nähe noch ein bißchen und freue mich, dass ich endlich nicht mehr knatschig bin. Und so als Tip: ein Snack und ein Nickerchen! Hilft fast immer. Nachher gehe ich noch zum Sport und hole das Kind ab, und dann ist Feierabend.

Es ist übrigens sonnig und kalt. Es liegt auch Schnee, aber zu wenig zum Schlittenfahren.

Es lief geradezu klassisch in diesem Jahr. Mein Plan war, einen Rock zu nähen, weil ich die letzten Weihnachtskleider bis auf eine Ausnahme ganz selten trage. Und zwar d e n  p e r f e k t e n Rock. Kein Druck also. Ich habe mir tollen Wollstoff bestellt und daraus einen Römö genäht-mit Taschen. Und Futter und allem. Dieser Rock ist auch gut geworden, hat mich aber echt Überwindung gekostet. So eine Schneidhemmung hatte ich noch nie. Nur eine Rock reicht natürlich nicht, also hab ich noch schnell ein Probeblüschen genäht, das tragbar ist, und Stoff bestellt, für zwei festliche Tops und eine Strickjacke. Was sollte dabei schon schiefgehen?

Naja, vielleicht, dass der Stoff erst nach zehn Tagen hier ankam, nämlich am Dienstag, und das ist dann doch sportlich gewesen. Und vielleicht, dass ich beide Schnittmuster noch nie genäht hatte…Immerhin ließen sich beide Schnitte zügig und problemlos nähen. Nur das Ergebnis….. seufz.

„Du siehst aus wie der kleine Bruder vom Krümelmonster“ war der netteste Kommentar zu der Strickjacke.“Wenn es vielleicht eine andere Farbe wäre…“ und „Ommerich“ die anderen. Auf den Bildern ist sie nicht zu sehen, denn es sind echte Weihnachtsbilder, und Weihnachten ist es hauptsächlich warm bei uns.

Egal. Trotz allem bin ich stolz, dass ich Weihnachten neue Sachen habe, und vielleicht werden wir ja doch noch gut Freunde, die Strickjacke und ich.

Der Rock ist noch ungesäumt, weil ich die Länge gerne so lassen möchte. Ich werde ihn noch mit Schrägband verstürzen.

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Hier sind die anderen Kleider zu sehen. Vielen Dank!

 

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