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Nehmen wir mal an, ich würde hier so sitzen in großer Entspanntheit zwischen den Jahren und lass das letzte Jahr nähtechnisch Revue passieren, bin aber zu faul, um meine Gedächtnisleistung zu verifizieren. Was habe ich im letzten Jahr angefangen, was beendet, und was davon hat sich bewährt?

Ich begann das letzte Jahr mit einem Hollywoodnachthemd, bodenlang, mit viel Handarbeit, weil es nämlich überall Rollsäume hat, aus einem ausgemusterten Bettbezug. Das ist fertig geworden, und wurde auch getragen, hat aber im Alltag nicht funktioniert. Denn erstens ist es „nicht kuschelig genug“, sagt der Gemahl, und zweitens hat es nur so Flügelärmelchen, die gerade mal die Schulter bedecken, aber nicht die Arme. Jetzt ist es aber so, dass ich auf folgende Weise schlafe: Unter der Bettdecke. Nur die Arme kucken hervor. Es ist also der ganze Körper schön warm, nur meine Schultern und Arme nicht. Das schein aber eher ungewöhnlich zu sein, wenn ich mir anschaue, wie viele Nachtgewänder es gibt in mit Spagettiträgern, womöglich noch mit langer Pyjamahose! Da ist doch die Decke drüber. Egal, ich brauch also auch im Sommer eigentlich immer wenigsten T-Shirt-lange Ärmel und die hat das Nachthemd nicht, und Stoff ist auch keiner mehr da.

Ich habe noch mit einem Nachfolgemodell begonnen, bin aber noch nicht zu einer Lösung für die Ärmel gekommen, die es mir ermöglicht, den Arm in alle Richtungen auszustrecken. Das ruht also im Moment.

Dann habe ich mir eine Jeggings genäht als  Jogginghosenersatz aus einer Ottobre. Das hat lange gedauert, daran kann ich mich erinnern, aber das war es wirklich wert. Mit Taschen! (Es waren fake-Taschen vorgesehen!!! Aber nicht mit mir. Nee.)

Dann glaube ich, habe ich ein Jersey-Shirt begonnen, in lüla, aber da war der Ausschnitt konstruktionsbedingt so tief, dass es noch einen Einsatz erfordert, und darauf wartet es noch in der Schublade.

Im Mai habe ich mir Chor-/Beerdigungskleidung genäht, und darüber hab ich sogar schon geschimpft. Shirt zu weit, Hose zu schnell durchscheuert.

Ebenfalls so im Mai habe ich auch zwei Kleider begonnen, ein Retro-Kleid, das mein Grundschnitt werden sollte, es aber noch nicht geworden ist, das liegt noch unvollendet in einer Kiste, und ein Sommerflattertraum, aus verschiedenen Schnitten zusammengezimmert, sehr zart, und äußert unfertig in der Schublade.

Im Juli habe ich für meine Schwester eine Vogue-Schürze genäht, die ist dann zur Abwechslung mal fertig geworden.

Dann kam mein persönlicher Höhepunkt des Näh-Jahres. Eine Garnitur Funktionsunterwäsche, bei der nichts kneift, rutscht oder rausschaut. Und die dabei meinen Bauch so wohlig umhüllt, wie seit 35 Jahren nichts mehr. Es handelt sich um eine Kombination von Ottobre-Top und Bikini-Höschen.

Ich hatte mir vorher noch eine Garnitur genäht aus rotem Baumwolljersey, die zwar sehr hübsch ist, aber nicht so gut sitzt.

Ebenfalls aus roten Jersey, ich vermute aber Viskose folgte ein Langarm-Shirt mit Wasserfallausschnitt, das missratene Chorwerk nochmal in passend. Es fehlen noch die Säume aber ich habe es schon getragen und bin zufrieden.

Zum Beispiel passt es zu meinem Festival-Rock. Er ist bodenlang und rot-kariert, das Schnittmuster heißt Gabriola, und ich trage ihn, wenn alle anderen schwarz angezogen sind von Kopf bis Fuß, inklusive schwarzem Lippenstift.

Mehr fällt mir nicht ein, aber ich schaue noch mal nach.

/edit: Ich habe völlig mein einziges fertiggestelltes Kleid vergessen, Dahlia von Colette in braun kariert. Im Urlaub hatte ich mein hellgrünes Dahlia als Nachthemd dabei, und so eins wollte ich nochmal haben. Habe ich jetzt auch.

Meine Pläne für das nächste Jahr: drei Jeans. Ich werde mir Ginger-Jeans nähen, und zwar mindesten drei, denn die Erfahrung lehrt, dass dann die Anpassungen endlich klappen und der Schnitt sitzt. Zwei blaue, und eine rote.

Dann möchte ich ein vernünftiges Kleid nähen und ein unvernünftiges. Und ansonsten möchte ich meinen Kleiderschrank prüfend anschauen, und die Dinge die nur Geht-So sind, noch mal neu und super machen. Im Sinn habe ich den gelben Rock, das beige Leinenkleid, das lila Leinenkleid, die Schwarze Hose, meine Schürze und zwei Nachthemden. Das Konzept für dieses Jahr war Basics, also Alltagsdinge, und das hat sich bewährt. Ja, an Weihnachten hat es mir gefehlt, ein neues Kleid zu besitzen, aber ich habe ja schon deutlich mehr Feiertagskleider als Hosen.

 

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Am zwölften eines jeden Monats macht jeder im Internet neun bis zwölf Bilder und zeigt sie. Gesammelt werden sie freundlicherweise hier.

Frau Frische Brise hat auf Twitter bescheid gesagt, sonst hätte ich nicht dran gedacht. So gibt es ein exklusives spektakuläres Frühstücksbild.

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Ich fertige die Kinder ab, und fahre zur Arbeit. Jeden Morgen stehe ich zwei bis drei Ampelphasen an der großen Kreuzung. Meistens zu den Nachrichten.

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Mein Frühstückskaffee. Das Spannendste heute im Büro.

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Auf dem Rückweg noch schnell einkaufen.

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Ich hatte am Sonntag Muße, über mein Weihnachtskleid nachzudenken, und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ich raus bin. Ich schaff es eh nicht. Lieber nähe ich mir zwei Schlafanzüge.

Obwohl… so ganz kann ich es nicht lassen, und habe mir einen Stoff rausgesucht, und versuche, eine ganz bestimmte Vorstellung von einem Kleid mit meinen vorhandenen Schnittmustern in Einklang zu bringen.Das klappt nur so mittel.

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Und Mittagessen.

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Normalerweise sind die Jungs dienstags Mittags zum Essen zu Hause, das Mädchen hat lange Schule und geht von da aus zum Klavierunterricht und kommt dann mit dem Bus nach Hause. Außer heute, da ist Unterricht ausgefallen, und sie kam schon zeitgleich mit mir. Da hat sie mich zwar einerseits mit Fernsehen abgelenkt, aber andererseits gekocht. Allerdings musste ich sie dann zum Klavierunterricht fahren und freundlicherweise wieder nach Hause mitnehmen.  Dortselbst habe ich fix die tägliche Maschine Wäsche aufgehängt, denn einer der Jungs musste zum Saxophon und der andere zum Kieferorthopäden. Also wieder ins Auto.

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Und vor dem Unterricht warten.

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Ich wollte ja gerne ein Wazifubo Bild machen (Wartezimmerfußboden), aber beim Kieferorthopäden wurden wir direkt reingewunken.

Meinen geplanten heutigen Sportkurs habe ich mir geklemmt, und verbringe den Feierabend in der Wanne.

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Am fünften eines jeden Monats fragt Frau Brüllen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Ich habe schon schlecht geschlafen, denn erstens ist der Herr Gemahl die erste Nacht auf Dienstreise gewesen, da schlafe ich immer schlecht. Zweitens ist es auch die erste Nacht von unserem englischen Austauschmädchen, dass diese Woche bei uns wohnt, und das ist ebenfalls ungewohnt. Und drittens habe ich mir gestern Abend nur kurz zwei neue Handyspiele runtergeladen, Zombie Cast away und I love hue. Das war um neun,  und ganz aus Versehen habe ich dann meine Schlafenszeit verpasst. Das Zombiespiel habe ich heute morgen gleich wieder gelöscht, dass lässt mich nicht aufhören, immer muss ich erst noch einen Busch umhauen, und dann noch ein Feld beackern und nie bin ich fertig!

Da passte es gut, dass um fünf die Feuerwehr durchs Dorf fuhr, mit Blaulicht und Martinshorn. 12 Wagen für ein Feuer im „Gewerbegebiet“ also in der einzigen Firma hier. Eine Mülltonne hatte gebrannt.

Der übliche Gang mit dem Hund, das übliche Frühstück, nur mit einem Kind mehr. Der übliche Weg zur Arbeit und sogar das übliche Gefühl der Verwunderung wenn nach dem Geld holen fürs Tanken die Tankleuchte noch leuchtet. Nach der Arbeit, als die Tankleuchte nicht mehr nur leuchtete sondern schon blinkte, bin ich auch endlich tanken gefahren und habe schon nach zehn Litern gemerkt, dass ich das vergoldete Hausmarken-Diesel erwischt habe. Tanke ich den Rest wohl wann anders.

Zum Mittagessen fehlte ein Kind, nämlich das Gastkind, aufgrund von kurzfristigen Planänderungen im Freizeitbereich. Kegeln statt Kekse backen, auch gut.

Phantastischerweise hat Kind 1 gekocht, ich musste nur sagen, was es geben sollte. Ein Traum. Nach dem Essen habe ich ein bisschen Pause gemacht, ein bisschen versucht dem Gemahl zu erklären, warum welches Kind zu welcher Zeit wo ist, aber das war …kompliziert. Ein bisschen Wäsche waschen, ein bisschen Handy spielen, und dann holterdipolter mit Kind Eins und Zwei Richtung Innenstadt, im Dorf unterwegs noch eine Freundin von Kind Eins einsammeln, zwei Kinder zum Kegeln schicken, ein Kind zum Saxophon bringen. Mit diesem Kind zurückfahren. Kind eins und das Gastkind werden zurückgebracht. Vokabeln lernen mit Kind Drei, duschen, Abendessen nur mit meinen Kindern, das Gastkind ist müde und war bei Mäckes, und jetzt noch einen unserer traditionellen Vorweihnachtsfilme, Tatsächlich Liebe.

Wenn ich schlau bin, gehe ich heute früher ins Bett, ich darf die Hoffnung nur nicht aufgeben.

Adventskranz_2017

Leider nur ein Handy-Bild, aber besser als nichts.

Zum Vergleich letzes Jahr:

Adventskranz2016

(Hier sind 2015, 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009 und 2008)

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